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Im Jahre 1983 trafen sich zehn Straßen- und Stammtischmannschaften zu einem Gerümpel-Fußballturnier auf dem Meidelstetter
Sportplatz "uff dr Stoig". Mit Bier und Rote vom Grill war fürs leibliche Wohl auf spartanische Weise gesorgt. Als
Regenschutz gab's eine provisorische Hütte mit einer Regenplane, oder einen Ladewagen. Nach drei Jahren war genug, es
musste was passieren ... Deshalb trafen sich die bisherigen Veranstalter und weitere 30 Interessenten im Adler zur
Gründung eines Vereins. Die Satzung und die weiteren formellen Angelegenheiten waren schnell erledigt. Doch welchen Namen
sollte der Verein tragen???? Kulturverein-Meidelstetten, Sportverein Meidelstetten, oder nur Kulturverein? Alle Namen
klangen einfach zu langweilig und die große Diskussion begann. Zu fortgeschrittener Stunde kam dann der "Alte" (ein
ehemaliger Adlerwirt) aus der Küche geschlappt und brachte folgenden Vorschlag: "Verein für angewandte Lebensfreude"
Schnell wurde über den Vorschlag abgestimmt und für gut befunden. Anfangs waren trotzdem einige skeptisch, so sind heute
jedoch alle über die originelle Namensgebung froh. So wurde der V.f.a.L. um 3.15 Uhr ins Leben gerufen und der Geburtstag
wurde anschließend gebührend gefeiert. Wer denkt, wenn von Kultur gesprochen wird schon an Meidelstetten? Bis vor zwanzig
Jahren war das sicher noch niemand. Doch das änderte sich schlagartig mit dem ersten Kick- und Musikfest. Heute ist
Meidelstetten durch den Verein für angewandte Lebensfreude (VfaL) und nicht zuletzt durch das Kick- und Musikfest bis über
die Landesgrenzen hinaus für seine Konzerte und kulturellen Veranstaltungen bekannt. Zum zwanzig jährigen Kickfest
Jubiläum soll dieses Jahr zum ohnehin vielfältigen Fest noch ein spezielles Programm hinzukommen. AM Anfang der 70er hatte
sich die 68er Bewegung schon fast verlaufen, die Erinnerungen an Woodstock verblassten so langsam und die Jugend auf der
mittleren Alb langweilte sich kolossal. Sie schlugen sich die Nächte in Farmerstuben um die Ohren und wussten mit ihrer
Zeit nichts anzufangen. Erst als die ersten Stammtisch Fußballmannschaften gegründet wurden und erste Fußballfeste
veranstaltet wurden begann sich die Lage zu verbessern. Auch in der "Ranch" in Meidelstetten wurde ein Fußballteam
gegründet, und mit ihm entstand auch die Idee eines eigenen Fußballfestes. Die ersten noch sehr provisorischen Turniere,
eine Plane und Holzstangen dienten als Zelt und ein Auto mit offenen Türen als Musikanlage wurden nur von vier bis zehn
Teams besucht. Die Wende kam erst als die Crew von der "Hipo" in Engstingen Einzug im Meidelstetter Adler hielt. Mit dem
Wechsel der Wirte fand auch die hiesige Stammtischmannschaft, Eilzug, den Weg in den Adler. Mit ihren Erfahrungen aus den
ersten Turnieren und dem Know-how in Punkto Musik aus dem Adler wurde die Idee des Kick- und Musikfestes verwirklicht. Mit
32 Mannschaften, vier Live Bands, einem größeren Zelt und vielen Helfern wurde das große Event in Angriff genommen. Um
eine finanzielle Grundlage zuschaffen musste jeder erst mal 50 Mark beisteuern, um dem ersten Fest den nötigen Schwung zu
geben. Auch die Dorfmädels traten mit einer eigenen Mannschaft, der Unschuld vom Lande und einer Kaffeebar, die sie unter
Eigenregie bewirteten beim Ersten Kickfest an. Sie wurden im nächsten Jahr schon voll mit ins Geschehen aufgenommen und
erwiesen sich als äußerst kreativ und aktiv. Die ersten Einnahmen kamen Anschaffungen wie Tornetzen und Geschirr zugute,
der Überschuss wurde, wie heute immer noch, wohltätigen Organisationen gespendet. Vor dem dritten Fest wurde den
Veranstaltern klar, das sie die rechtlichen Grundlagen nur Mithilfe eines Vereins erfüllen konnten. Die Idee eines
Kulturvereins war geboren. Doch da gab es noch ein großes Problem, die Namensgebung. Erst der "Alte", damaliger Adlerwirt
konnte einen Lösungsvorschlag machen. "Verein für angewandte Lebensfreude" sollte der Verein seiner Meinung nach heißen.
Nicht alle fanden den Namen von Anfang an gut, aber wie sich herausstellte hätte er nicht besser gewählt werden können.
Das Interesse Außenstehender ist bei der Namensnennung des VfaL's viel größer als bei "gewöhnlichen" Vereinen, auch der
Wiedererkennungsfaktor steigt enorm, denn diesen Namen vergisst man nicht so schnell. Die Qualität des Festes hat sich im
Laufe der Jahre enorm verbessert. Der Spielmodus wurde wegen unterschiedlicher Gründe immer wieder verändert, heute ist er
fast perfekt, keine der Mannschaften muss zu viele Spiele bestreiten und alle bekommen die selben Chancen auf den
Turniersieg. Das Angebot hat sich auch für die Kleinen erweitert, neben dem Kinder Programm im Kinderzelt gibt es auch
jedes Jahr am Sonntag Nachmittag Kindertheater im großen Zelt. Die sanitären Anlagen wurden perfektioniert, gab es zu
Anfang doch nur einen Klowagen war es durch einen Umbau des SSV Meidelstetten den Veranstaltern möglich ihren Gästen
Duschgelegenheiten einzurichten. Durch Chemieklos wurde auch der Zeltplatz oberhalb des Sportplatzes verbessert. Auch die
neue Bauwagen Jugend beteiligt sich aktiv am Fest. Seit einigen Jahren betreuen sie mit ihrem Team den Weizenbierstand und
helfen auch sonst mit. In der Zwischenzeit ist die Superfete des VfaL's so etabliert und in der ganzen Bevölkerung
akzeptiert, so dass sich auch fast keiner mehr an dem nächtlichem Lärmpegel stört. Auch finanziell ist das Kickfest-Team
mittlerweile in der Lage jedes Jahr ein beachtliches Sümmchen an gemeinnützige und soziale Organisationen zu spenden.
Meist sind es Personen und Institutionen zu denen auch persönliche Kontakte bestehen, wie z.B. Frauenhäuser, Kosovo
Flüchtlingskindern in Engstingen, Greenpeace, Amnesty, Hilfsprojekten in Rumänien, Afrika, Mittelamerika und auf den
Philippinen usw. Die Vereinsaktivitäten beschränken sich natürlich nicht nur auf das Kickfest, nein von Anfang an sollte
der Verein allen, die auf der Alb was kulturelles auf die Beine stellen wollten einen Rückhalt und vor allem Unterstützung
bieten. So werden viele kulturelle Veranstaltungen im Adler durchgeführt. Bei Eisi Gulp, Dietrich Kittner, Grachmusikoff,
Frl Wommie Wonder oder beim Kindertheater Sonntag Nachmittags war die Bude immer bis auf den letzten Platz gefüllt. Doch
es gab nicht nur Erfolge, bei Experimenten mit damals noch unbekannten Künstlern wie Georg Schramm (bekannt aus der
Fernsehserie Scheibenwischer), Sissi Perlinger oder Mikki Maleur waren herbe Rückschläge wegzustecken. Dem VfaL stellte
sich nach teilweise vierzehn Besuchern oder vier im Vorverkauf an den Mann gebrachten Karten die Frage ob das Publikum auf
der Alb überhaupt für dieses Kulturprogramm reif genug sei. Doch unverdrossen wird diese Reihe bis heute fortgesetzt, mit
immer noch wechselndem Erfolg. Zum neueren kulturellen Engagement gehört unter anderem die Bewirtung der
Kulturveranstaltungen auf der Ruine Hohenstein, die von der Gemeinde veranstaltet werden. Auch die sportlichen Aktivitäten
sollen nicht zu kurz kommen, zum traditionellen "Kicken" Donnerstag abends kommt auch Volleyball und eine Hip-Hop
Tanzgruppe. Außerdem wird ein in Meidelstetten ins Leben gerufener Mütter-Kleinkinder-Treff finanziell und tatkräftig
unterstützt.
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